Südsudan verbannt Arabisch aus den Klassenzimmern

(27.10.11; Deutschlandradio) In südsudanesischen Klassenzimmern wird in Zukunft Englisch gesprochen. Die Regierung des Landes verabschiedete ein Gesetz, das Arabisch als Unterrichtssprache weitgehend abschafft. Schon in der Grundschule soll der Lernstoff auf Englisch vermittelt werden.
Wie der Medienminister des Landes mitteilte, soll es Arabisch und andere lokale Sprachen nur noch in Vorschulen und danach als eigenes Fach geben. So sei es schon knapp hundert Jahre lang gewesen, bis der Norden des Sudans im ganzen Land die Scharia ausgerufen habe. Beobachter sehen den Schritt als Distanzierung des überwiegend christlichen Südsudans vom muslimischen Norden.

South Sudan to Phase Out Use of Arabic in Schools

Machel Amos, 27 October 2011: Juba
South Sudan is to phase out Arabic as the language of instruction in schools within the next three years, an official said today.




Südsudan: Botschaften und Kosulate weltweit:

Embassies and Consulates around the world


Die Botschaft des Südsudans in Washington DC, USA (Englisch)

Embassy of the Republic of South Sudan in Washington DS, USA





Südsudan befürchtet Hungerkatastrophe

(12.10.11, www.euafrika.org) Die Regierung des Südsudan warnt vor einer dramatischen Lebensmittelkrise. Dürre und Überschwemmungen, aber auch die politische Instabilität und Flüchtlingsströme im eigenen Land hätten in den vergangenen Monaten zu erheblichen Ernteausfällen geführt, die sich nun zu einer Hungerkatastrophe mit vergleichbarem Ausmaß wie in Somalia und anderen Gebieten am Horn von Afrika ausweiten könnten.


Famine Early Warning System Network: South Sudan Food Security Outlook; Update September 2011




Famine looms in South Sudan

Daily Monitor, by Amos Machel, 12/10/2011
In Summary: The worst hit states are Jonglei, Unity, Upper Nile, Warrap, Northern Bahr el Ghazal; Western Equatoria and Eastern Equatoria.

Monitor Correspondent
Juba. South Sudan is experiencing a widening food gap of 300,000 to 400,000 metric tonnes, with the authorities warning that the deficit could escalate into a devastating crisis similar to that in the Horn of Africa. 'The climatic changes have affected South Sudan, causing both floods and droughts. The rainfall that was supposed to have started early this year was delayed,' Humanitarian Affairs minister Joseph Lual Achuil said, calling on donors to intervene in pre-empting a looming crisis.

Call for help
'A positive intervention is urgently needed to stop it from deteriorating into a famine situation similar to that in the Horn of Africa,' Mr Lual added. In some parts of the country, rainfall started in April and was punctuated by a dry spell in June, which implies that this year’s harvest is completely unreliable in a country where only small-scale farming is practiced.

According to the Intergovernmental Authority on Development (IGAD) Centre for Climate Information, heavy rains that started in September could continue to December this year, Mr. Lual said. 'This will most likely affect crops and subsequently result into floods as has been witnessed in Torit in Eastern Equatoria State where recent floods washed away crops and homes,' Mr Lual said, referring to a recent torrential rainfall that destroyed crops and homes. Jonglei, a vast populous state ruined by deadly ethnic cattle raiding and fighting among militias; Unity state, where rebels have been wreaking havoc even before independence; Upper Nile, which has a big number of returnees and internally displaced people; Warrap, where more than 350 returnees reportedly starved to death between July and August; Northern Bahr el Ghazal; parts of Western Equatoria; and parts of Eastern Equatoria are the most affected states.




Einigung im Grenz-Streit zwischen Sudan und Südsudan

19.09.2011, Politik kompakt, www.sueddeutsche.de, AFP

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich der Sudan und der neu gegründete Südsudan auf die Öffnung von zehn Grenzübergängen zwischen beiden Ländern geeinigt.
Damit sollten die Reisemöglichkeiten und der Austausch zwischen den Nachbarstaaten erleichtert werden, erklärte der sudanesische Verteidigungsminister Abderrahim Mohammed Hussein am Sonntag vor Journalisten in Khartum. Sein südsudanesischer Kollege John Kong nannte die Gespräche, die unter Vermittlung des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki stattfanden, einen "Erfolg".
Der Südsudan hatte am 9. Juli seine Unabhängigkeit erklärt, nachdem sich die Bevölkerung in einem Referendum klar für die Abspaltung vom Sudan ausgesprochen hatte. Seitdem gibt es mit dem Norden immer wieder Konflikte um die Grenzregionen zwischen beiden Staaten.
Vergangene Woche hatte der Südsudan der Regierung in Khartum vorgeworfen, Hilfslieferungen für den neuen Staat zu blockieren. Beide Seiten kamen nun überein, sich im kommenden Monat zu treffen, um die genaue Lage der Grenzübergänge festzulegen.
Bereits Ende Juli waren beide Länder grundsätzlich übereingekommen, die Stationierung von 300 äthiopischen UN-Soldaten zur Überwachung ihrer gemeinsamen Grenze zuzulassen.

Dazu siehe ebenfalls:

Sudan und Südsudan regeln Grenzverkehr

19/09/2011, © RIA Novosti. Denis Malkow, de.rian.ru


Annäherung von Sudan und Südsudan

19.09.2011, Grenzübergänge werden geöffnet, taz.de
Die Lage an der Grenze von Sudan und Südsudan entspannt sich. Nach zähen Verhandlungen sollen nun mehrere Übergänge geöffnet werden.



Google Maps & Co.: Südsudan kommt langsam im Internet an

Von Christian Lanzerath , 22 September 2011
Seit dem 9. Juli ist der Südsudan ein eigenständiger Staat. Damit ist das Land so neu, dass es bisher noch nicht einmal bei den großen Kartenanbietern im Internet auftauchte. Nun hat Google Maps es endlich geschafft. Die ersten sind sie damit aber nicht.
Die Grenzen des Südsudans sind nun auch auf maps.google.com eingezeichnet - es hat ja auch lang genug gedauert. Das Projekt OpenStreetMap war viel schneller. Schon wenige Tage nach der Staatsgründung, lieferte der englische Server von OSM den Südsudan aus.
Andere Anbieter wie Bing, Yahoo und National Geographic sind immer noch nicht auf dem aktuellen Stand und zeigen den Sudan und den Südsudan noch als Einheit an. Auf change.org hat der sudanesische Journalist John Tanza Mabusu, der seit 1991 in Washington lebt, eine Online-Petition gestartet. Bisher haben sich mehr als 1.600 Unterzeichner angeschlossen, um die Kartendienste dazu zu bringen, den neuen Staat endlich einzuzeichnen.


Staatsgründung - Südsudan feiert seine Unabhängigkeit

Artikel vom 09.07.2011, www.news.de

Jubel und Freudentränen in Juba: Mit der Unabhängigkeitserklärung des Südsudans beginnt in Afrika eine neue Zeitrechnung. Was sie bringt, weiß noch niemand. Deutschland und die USA haben den Südsudan bereit völkerrechtlich anerkannt.

Der Sudan ist geteilt, ein neuer Staat geboren: Der Südsudan hat sich offiziell vom Norden des Landes abgespalten und eine eigene Republik ausgerufen. Parlamentspräsident James Wani Igga verlas bei einem Festakt in der Hauptstadt Juba die Unabhängigkeitserklärung.
Unter dem Jubel Tausender Menschen wurde die sudanesische Fahne eingeholt und die Flagge des Südsudans gehisst, danach unterzeichnete der neue Präsident Salva Kiir die Übergangsverfassung und legte den Amtseid ab. Deutschland nimmt sofort diplomatische Beziehungen zum Südsudan auf.

An der Unabhängigkeitsfeier nahm - neben Staatsoberhäuptern und Würdenträgern aus aller Welt - auch der sudanesische Präsident Omar al-Baschir teil, der wegen Kriegsverbrechen in Darfur mit internationalem Haftbefehl gesucht wird. Der Nordsudan hatte die Unabhängigkeit des Südens am Freitag offiziell erst im letzten Moment anerkannt.
Im ganzen Südsudan herrschte am Samstag Feierstimmung. Schon um Mitternacht hatten Kirchenglocken den historischen Tag eingeläutet und Trommelrhythmen den 54. Staat Afrikas begrüßt. Seit den frühen Morgenstunden zogen Tausende Menschen singend durch die Straßen Jubas und schwenkten ihre vielfarbige Flagge. Überall wurden christliche und muslimische Gebete gesprochen und Lieder angestimmt. Als bei dem Festakt die Flagge des Südsudans gehisst wurde, brachen viele Menschen in Freudentränen aus.

Verantwortung für Umsetzung der Menschenrechte
Der christlich geprägte Südsudan wurde mit seiner Loslösung vom vorwiegend muslimischen Norden zum 54. Staat Afrikas. Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg hatten sich im Januar fast 99 Prozent der Südsudanesen für die Unabhängigkeit ausgesprochen. Unter dem 2005 beendeten Bürgerkrieg hatte vor allem der Süden schwer gelitten. Rund zwei Millionen Menschen kamen ums Leben, etwa vier Millionen mussten fliehen. Ungeklärt und umstritten zwischen Nord und Süd sind weiterhin der genaue Grenzverlauf und die Verteilung der Öleinkünfte.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte der neuen Republik die Unterstützung der Weltgemeinschaft zu. «Diese Unabhängigkeit ist ein Neuanfang für den Südsudan. Die internationale Gemeinschaft hat eine Verantwortung für den neuen Staat», sagte Ban in Juba. Aber auch die Regierung des Südens müsse Verantwortung übernehmen. Notwendig seien nicht nur der Aufbau der Infrastruktur und der Volkswirtschaft, sondern auch die Wahrung von Gesetz und Menschenrechten.

Besorgt zeigte sich Ban über die anhaltenden Spannungen und Konflikte vor allem entlang der neuen Staatsgrenze mit dem Norden. Die Stationierung äthiopischer Friedenstruppen könne helfen, die Situation zu entschärfen. Notwendig sei aber eine dauerhafte politische Lösung. Der Weltsicherheitsrat in New York hatte am Freitag unter deutschem Vorsitz beschlossen, 7000 Friedenshüter in das jüngste afrikanische Land zu entsenden.
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte der Republik Südsudan Unterstützung zu. Im Weltsicherheitsrat werde das Thema Sudan ganz oben auf der Tagesordnung stehen, sagte sie in Berlin. "Denn wir wollen, dass mit dem Nord- und mit dem Südsudan zwei stabile Staaten entstehen. Und der Südsudan braucht insbesondere unsere und die Unterstützung der gesamten Staatengemeinschaft."
cvd/news.de/dpa




hoxel