Landwirtschaft und Wiederaufbauprozess im Südsudan

Die Landwirtschaft ist die Grundlage der Nahrungsversorgung und wirkt als Katalysator für den Aufbau einer lebenswichtigen Infrastruktur, einschließlich Transport, Kommunikation und unterstützende Dienstleistungen. Dieser Bestanteil des Primärsektors ist in vielen Entwicklungsländern und besonders in Länder Afrika das Herzstück der sozioökonomische Grundlage und Wachstumsmotor. In Afrika sind mehr als 60% Bevölkerung in Landwirtschaft und Viehzucht tätig, wobei die Subsistenzwirtschaft/Eigenbedarf mit traditioneller Produktionstechniken (Eigenbedarf) im Mittelpunkt steht. Neben dieser Erzeugung für den Eigenbedarf stellt die Landwirtschaftproduktion auch in den meisten afrikanischen Ländern die hauptsächliche Quelle der Deviseneinamen dar. Trotzt dieser historischen und lebenswichtige Rolle der Landwirtschaft ist die Zahl der Hungerleidenden und unterernährten Menschen in den Entwicklungsländern besonders in Afrika sehr hoch. Auch die Deviseneinnamen aus landwirtschaftlichem Erzeugnissseabsatzt können durch absichtlich geschaffene Märkteschränken und politische egoistische Manöver wenig positive Wirkungen auf die Volkwirtschaft erzielen.
Vor diesem Hintergrund steht es um die Landwirtschaft im Sudan, besonders bezogen auf die südlichen Regionen. Sudan als eines der größten Länder Afrikas in der Flächesausdehnung, ist ein Agrarland: 80% der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig und im ländlichen Räumen lebend. Das Land verfügt, neben den Bodenschätzen, Erdöl und Fischerei, über ein riesiges Potential Bedingungen für Landwirtschaft und Viehhaltung. Die Landwirtschaft erwirtschaftet ca.80% der Deviseneinnamen des Landes, nur aufgrund der schlechten politischen Lage und den dadurch entstanden Burgerkrieg lebt die Bevölkerung im Süden und Westen des Landes nur von humanitärer Hilfe. Sehr weniger Anteil der Deviseneinname wird für Sozialendienstleistungen. Die reichsten Teile der Bevölkerung leben in Northern State und bei Port Sudan während die Ärmsten entweder in den Armenvierteln von Khartoum oder in Darfur und Kordofan sowie in den Red Sea Hills (Südosten) zu finden sind. Nach dem Bericht vom Worldbank (FN 55, S33) leben in Yambio Country/ Provinz West Equatoria Schätzungen zufolge im Jahr 2000 85 % der Einwohner von weniger als 160 USD und sogar 93% von weniger als 1 USD am Tag.
Wie lange brauchen die politische Entscheidungsträger und Verbündeten zu verstehen, dass die Natur vorhandener räumlicher Potentielle für Landwirtschaft, Viehhaltung, Bergbau und Fischerei sozial Eigentum sind und dadurch sozial genutzt werden mußen, um ein friedliches gerechtes Zusammenleben der zahlreichen sozialen Teilhabensgruppe zu erwarten. Fakt ist: ohne soziales Gerechtigkeit, gibt es kein harmonisches, friedliches und glückliches Zusammenleben. Alle Versuche, sind nur Versuche und bleiben labil, wie den CPA unter dieser Verfassung gesehen.
Sudan ist das größte Land des afrikanischen Kontinents. Erstreckt sich vom Süd nach Norden zwischen den 4°-23° nördlicher Breite(2100 km.). Damit sind alle Klimazone und die entsprechenden Vegetationszonen im Land vertreten. Die Topographie bietet durch vorhandene Berge und entstandenen Becken zahlreiche Flüsse und Wasserabläufen. Eine dieser geo-klimatischen Besonderheitslagen des Landes sind die für Landwirtschaft, Tierhaltung und sehr zugesprochene gute Bedingungen ihres südlichen Teils. Südsudan stellt, aufgrund siner geo-klimatischen Lage ein bedeutendes Wirtschaftpotential für den Sudan dar: Das tropische Klima mit seiner trockenen und feuchten Savannenvegetation bietet große Weideflächen für Tierhaltung und Anbaufläche für Landwirtschaft im Südsudan.
Die großen Wasservorräte aus Flüssen, Seen, Wasserabläufen, Sumpfgebiet und Grundwasser stellen Wasser für Menschen, Tieren und Landwirtschaft zur Verfügung und ermöglichen den Fischfang im südlichen Teil des Sudans. Der Südsudan verfügt über den fruchtbarsten Böden des Landes, dessen vertretene Landschaften aufgrund des Burgerkriegs sehr wenig besiedelt und daher wenig degradiert sind.
Ein anderes Wirtschaftspotential des Südens ist seine gemeinsame grenze mit fünf Nachbarländern. Die politischen unterschieden Lebensraum und Bedingungen dieser Nachbarländer fördern Austauchbedürfnisse, wobei sie den endogenen Änderungsprozess in der gesamten Region viel beeinflussen.
Aus den genannten Gründen, müßte der primäre Sektor, u.a. die Landwirtschaft und Viehhaltung beim Wiederaufbau des Südsudan eine zentrale Rolle spielen. Nicht nur weil das labile Friedensabkommen es nicht zulässt, sondern weil die Lebensgrundlagen zunächst gesichert werden müssen. Damit ist die erste Priorität eine Sicherung der eigenen Nahrungsmittelversorgung, die nur durch eine funktionierende Agrarpolitik erreichbar ist. Der Wiederaufbauvorgang ist bestimmt komplex, da viele Faktoren gleichzeitig ins Spiel kommen, daher benötigt man einen funktionierenden primären Sektor als Grundlage der nachhaltigen Entwicklung der anderen wirtschaftlichen Sektoren. Dieses Entwicklungschema sollte als Richtlinie für alle, die am Wiederaufbau des Landes beteiligt sind oder es vorhaben dienen.
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